Traube oder Rosine?
Wie deine Zell‑WG in den Wechseljahren tickt und warum Omega‑3 ihr Lieblingswerkzeug ist
Kurzüberblick:
In diesem Artikel erfährst du, warum das Verhältnis Omega 6 : Omega 3 so wichtig ist, wie Zucker das Verhältnis kippt, wie du Qualität erkennst, testbasiert dosierst und bekommst einen Mini‑Plan für die nächsten Wochen.
Die Zell‑WG – Bild, das man fühlt
Stell dir deinen Körper als WG vor. In jedem Zimmer wohnt eine Zelle. Wenn’s gut läuft, sind die Türen weich wie Trennvorhänge: frische Luft (Nährstoffe) rein, Müll (Abfallstoffe) raus, alle quatschen freundlich miteinander. Das ist die Trauben‑WG – prall, saftig, kommunikativ.
In stressigen Hormonzeiten – willkommen, Perimenopause! – werden diese Türen manchmal zu quietschenden Salontüren. Zäher Austausch, mehr Missverständnisse, schneller schlechte Stimmung. Die Zelle schrumpft zur Rosine: weniger durchlässig, alles dauert länger. Der Trick, den Hausfrieden zurückzubringen, klingt unspektakulär, ist aber wirksam: Omega‑3. Genauer: EPA & DHA. Sie bauen sich in die Zellmembran ein und halten sie geschmeidig. So können Signale, Nährstoffe und Müllabfuhr wieder besser fließen.
Warum gerade jetzt?
Wenn Östrogen und Progesteron Achterbahn fahren, spürt die WG das überall: Schlaf, Stimmung, Muskeln, Haut, Herz. Eine antientzündliche Basis hilft – viel Gemüse, genug Protein, Bewegung – und eben die richtigen Fette. Omega‑3 wirkt hier wie ein Moderator: weniger Zündstoff, mehr Kooperation im System.
Omega‑6 & Omega‑3 – wer macht was, und warum das Verhältnis zählt
Stell dir Omega‑6 und Omega‑3 als zwei Hausmeister deiner Zell‑WG vor – beide essenziell (der Körper kann sie nicht selbst bilden) und beide wichtig, aber mit unterschiedlichen Aufgaben:
- Omega‑6 (v. a. Linolsäure → Arachidonsäure): hilft u. a. bei Wundheilung, Blutgerinnung, Immunalarm. Es stellt schnell „Einsatzkräfte“ (Eicosanoide) bereit – großartig bei Verletzung oder Infekt. Zu viel davon hält aber unnötig im „Alarmzustand“ – die WG wird reizbar.
- Omega‑3 (ALA → EPA/DHA): unterstützt Gehirn & Nerven, Herz & Gefäße, Entzündungsauflösung. EPA/DHA liefern Signale, die Alarm beenden (Resolvine/Protectine) und Membranen flexibel halten – Ruhe im Flur, Türen gehen leichter auf.
Das Verhältnis
Viele Forschende sehen ein Omega 6 : Omega 3‑Verhältnis von 1:1 bis 4:1 als günstig; in der westlichen Ernährung liegt es oft bei 10–20:1 (oder höher), also viel zu viel Omega 6, zu wenig Omega 3. Hauptgründe: raffinierte Pflanzenöle (Sonnenblumen‑, Mais‑, Soja‑, Distelöl) in Fertigprodukten, Snacks & Restaurantküchen sowie selten Fisch/Algen auf dem Teller.
Ergebnis: Die WG ist ständig alarmbereit, Membranen werden starrer, die „Rosinen‑Stimmung“ bleibt.
Zucker – der heimliche Mitspieler
Zucker & stark verarbeitete Kohlenhydrate kommen oft im Paket mit omega‑6‑reichen Industrieölen (Kekse, Chips, Fertigsoßen, Backwaren). Häufige Zucker‑/Insulinspitzen fördern ein entzündungsfreudiges Milieu – und bremsen Enzyme, die die körpereigene Fettsäure‑Umwandlung steuern.
Ergebnis: Das Verhältnis kippt weiter Richtung Omega 6 und der EPA/DHA‑Status leidet.
Gute Nachricht: Schon eine Reduktion von zugesetztem Zucker (Softdrinks, Süßes „zwischendurch“, Snacks/Soßen mit Sirup/Glucose/Fructose) verbessert indirekt das Omega 6 : Omega 3 ‑ Verhältnis –>weniger hochverarbeitete Lebensmittel, weniger billige Pflanzenöle, mehr Platz für echte Lebensmittel.
So bringst du die Hausmeister in die Zusammenarbeit:
- Omega 3 rauf: 2× pro Woche fettreicher Fisch (Hering, Makrele, Lachs, Sardinen) oder Algenöl (vegane Direktquelle für EPA/DHA) – plus eine tägliche EPA/DHA‑Routine
- Omega‑6 smart wählen: Fürs Braten/Marinieren öfter Olivenöl oder Rapsöl statt großer Mengen Sonnenblumen‑/Mais‑/Sojaöl
- Etiketten‑Blick & Zuckerbremse: Weniger Hochverarbeitetes (Chips, Cracker, Gebäck, Fertigsoßen). Achte auf Zucker‑Synonyme (Sirup, Glucose‑/Fructose‑, Maltodextrin)
- Besseres Basis‑Fett im Alltag: Nüsse/Saaten ja (Walnüsse punkten zusätzlich mit ALA)
- Wenn möglich: Bio‑Eier & Bio-Fleisch bevorzugen (oft günstigeres Fettsäuremuster)
Wichtig:
Omega 6 ist nicht „schlecht“. Es ist nötig – nur eben im Gleichgewicht mit Omega 3. Außerdem gilt: Omega 6 lässt sich nicht zu Omega 3 „umbauen“. Dein Körper braucht deshalb direkte Omega 3 Quellen (Fisch/Algenöl).
Was Omega‑3 in der WG praktisch verbessert
- Herz & Gefäße: Das „WG‑Wasser“ fließt leichter: Blut wird fließfähiger, Gefäßwände bleiben entspannter; Triglyzeride sinken, Blutdruck profitiert, Rhythmusstabilität steigt. In den Wechseljahren ist das Gold wert, weil Herzrisiken steigen
- Gehirn & Psyche: Das Ober‑WG‑Zimmer (Gehirn) besteht zu ~60 % aus Fett; ~20 % davon sind Omega‑ Kein Wunder, dass Konzentration, Stimmung & Brain Fog reagieren, wenn EPA/DHA stimmen
- Muskeln & Stoffwechsel: In Kombi mit Krafttraining bremst Omega‑3 Proteinabbau, fördert Muskelqualität – ein Puffer gegen die typische Umverteilung Richtung Bauch
- Immunsystem & Schmerz: Weniger unnötiges Drama: Omega 3 moduliert Entzündungen, lindert u. a. Gelenk‑/Muskelschmerzen und kann Migräne senken
- Haut/Schleimhäute & Darm/Hormone: Stärkt Barrieren und fördert Mikrobiom‑Vielfalt … für bessere Nährstoffaufnahme, Entgiftung und ruhigere Stimmung/Schlaf
Woher nehmen – und nicht stehlen?
Direktquelle EPA/DHA
Fetter Seefisch (Hering, Wildlachs, Makrele, Sardinen) oder Algenöl (vegane Option). ALA aus Leinsamen, Walnüssen & Co. ist wertvoll, wird aber nur begrenzt zu EPA/DHA umgebaut – also Ergänzung, kein Ersatz. Und: Omega‑6 wird nicht zu Omega 3 – direkte Quellen sind Pflicht
Qualität erkennen (ohne Labor)
- meide oxidierte Produkte: fischiger Nachgeschmack/Aufstoßen = hier passt was nicht
- in flüssiger Form ist empfehlenswert: wichtig jedoch sind Frische, Reinheit & Oxidationsschutz
- Nimm Omega‑3 mit einer fetthaltigen Mahlzeit: das steigert die Aufnahme
Timing, das Sinn ergibt
- Pflanzliche ALA‑Quellen gern morgens (sanft anti‑entzündlich)
- EPA/DHA eher nachmittags/abends –> unterstützt Regeneration, Herz‑Gehirn‑Achse und Schlaf
Testbasiert dosieren (sinnvoll)
- es gibt Fettsäuren‑Status‑Tests (z. B. Omega 3‑Index, Omega 6:3‑Verhältnis)
- Ziel des Tests ist nicht, ob du „gar kein“ Omega 3 brauchst, sondern deine individuelle Menge festzulegen
- Vorgehen: Status testen → Dosierung ableiten → nach 4–5 Monaten (Zellerneuerung) erneut testen und feinjustieren
Mini‑Plan – Trauben‑WG reaktivieren
- täglich (10 Sek.): 1 Portion EPA/DHA (Fisch‑ oder Algenöl) zum Essen: Flasche sichtbar hinstellen; Sichtbarkeit schlägt Willenskraft
- 2× pro Woche (15-20 Min.): Krafttraining: Kniebeugen, Rudern, Drücken: Kurz, aber dranbleiben: die Kombi mit Omega 3 wirkt am besten
- täglich auf dem Teller: Buntes Gemüse + Protein (z. B. Eier, Hüttenkäse, Hülsenfrüchte, Fisch/Tofu) und 1–2 EL Leinsamen/Walnüsse als ALA‑Bonus
- Zucker reduzieren (Getränke, Süßes, „versteckter“ Zucker in Snacks/Soßen): das hilft dem Verhältnis zusätzlich
FAQ – kurz & liebevoll
- vegan möglich? –> Ja: Algenöl liefert EPA/DHA
- ich mag keinen Fischgeschmack –> frische Produkte schmecken neutral. Fischiges Aufstoßen? Produkt wechseln: meist oxidiert
- reicht ALA nicht? –> fürs große Ganze zu wenig: Die Umwandlung zu EPA/DHA ist begrenzt
- wie lange, bis was messbar ist? –> subjektive Verbesserungen können früher spürbar werden. Messbar wird es in der Regel mit Blick auf die Zellerneuerung: Erythrozyten & einige Membranen brauchen mindestens 4–5 Monate. Deshalb: Basis testen, konsequent umsetzen, nach 4–5 Monaten erneut testen und Dosierung feinjustieren.
Merksatz für den Alltag
Trauben‑Modus = Verhältnis im Blick: weniger überflüssiges Omega 6, mehr Omega 3 dann bleiben Zell‑Türen flexibel und Alarme gehen auch wieder aus
Zum Mitnehmen: was Omega‑3 positiv bewirkt
- Zellmembranen & Signalfluss: halten Zell„Türen“ flexibel → Nährstoffe rein, Abfall raus; bessere Zellkommunikation
- Entzündungsauflösung: EPA/DHA liefern Vorstufen von Resolvinen/Protectinen → Alarm geht kontrolliert aus, weniger „Dauerfeuer“
- Herz & Gefäße: günstig auf Blutfette (Triglyzeride), Blutdruck und Rhythmusstabilität; Blut wird „fließfreudiger“
- Gehirn & Psyche: Bausteine für Nervenzellen → klarerer Kopf, bessere Konzentration/Stimmung
- Muskeln & Stoffwechsel: in Kombi mit Krafttraining bessere Muskelqualität, weniger Abbau: Unterstützung gegen Midlife‑Bauch
- Gelenke & Schmerz: entzündungsmodulierend → weniger Zwicken, bessere Beweglichkeit
- Haut/Schleimhäute & Darm: stärkt Barrieren, kann Trockenheit lindern; unterstützt Mikrobiom‑Vielfalt und Nährstoffaufnahme
- Augen & Sehkraft:DHA ist ein zentraler Baustein der Netzhaut → unterstützt die lichtempfindlichen Zellen, fördert klare Reizweiterleitung und trägt zur Erhaltung der normalen Sehfunktion bei (besonders mit zunehmendem Alter)
- messbar machbar: per Fettsäurestatus (z. B. Omega 3‑Index, Omega6 : Omega 3 Verhältnis) starten → Dosierung ableiten → nach 4–5 Monaten erneut testen und feinjustieren
Und nun?
Du fragst dich: „Was kann ich konkret tun?“
Wenn du möchtest, begleite ich dich individuell und wir schauen testbasiert (z. B. Omega 3‑Index, Omega 6:3‑Quotient), welches Öl zu dir passt und welche Dosierung du benötigst.
Einfach melden:
- Termin buchen –> https://zeeg.me/menomitnicole/30min_Omega3
- Nachricht schreiben / Anrufen –> WhatsApp
- Mail schreiben –> http://info@nicole-gerlich.de
Wichtiger Hinweis:
Die Inhalte dieses Blogbeitrags wurden sorgfältig recherchiert und nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie sollen Orientierung geben, Zusammenhänge verständlich machen und Impulse für die eigene Gesundheit liefern.
Gleichzeitig gilt: Jeder Körper ist anders. Deshalb ersetzen die hier geteilten Informationen keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Kläre mögliche Fragen zu bestehenden Beschwerden bitte individuell mit deinem Arzt, deiner Ärztin, Apotheke oder einer anderen qualifizierten Fachperson.
Nutze die Inhalte als Einladung, in die eigene Verantwortung und Selbstfürsorge zu gehen und entscheide, was für dich stimmig ist.
